Selbstverständlich werde ich des Öfteren gefragt, wie genau Colostrum dosiert werden sollte. Diese Frage ist aber nicht ganz so einfach zu beantworten.

Denn hinsichtlich der Einnahmemenge müssen die unterschiedlichsten Faktoren berücksichtigt werden. Alter, Geschlecht und insbesondere die Indikation spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Außerdem beeinflusst natürlich auch die Darreichungsform die jeweilige Dosierung.

Flüssig-, Pulver- oder Kapselform?

Colostrum in flüssiger Form wird beispielsweise schon in der Mundhöhle über die Schleimhäute aufgenommen und entfaltet infolgedessen eine entsprechende Wirkung bereits dort.

Präventiv empfehle ich Anwendern eines 100% igen Colostrum Flüssig Extraktes folgende Einnahmemenge:
-> 0,35 ml Colostrum Flüssig Extrakt / 1 kg Körpergewicht / Tag

Dies entspricht pro 30 kg Körpergewicht somit ungefähr 1 Esslöffel. Diese Dosierung kann bei Bedarf, speziell bei einer Erkrankung, aber bedenkenlos auf bis zu 4 Esslöffel pro Tag erhöht- und im Idealfall dann über den Tag verteilt eingenommen werden. Bitte beachten: Flüssige Colostrum Produkte sollten nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahrt- und darüber hinaus innerhalb von 14 Tagen aufgebraucht werden.

Colostrum Produkte werden aber natürlich auch in Pulverform angeboten und zeichnen sich vor allem durch eine deutlich längere Haltbarkeit aus. Hierbei empfehle ich in erster Linie einen Verzehr in Kapselform, da bei purem Pulver meines Erachtens ein gewisses Risiko der Kontamination durch Fremdstoffe besteht, wenn es nach dem Öffnen nicht unter sterilen Verhältnissen gelagert wird.

Hierbei hat sich die folgende Einnahmemenge zur Prophylaxe in meiner Praxis bewährt:
-> 15 mg Colostrum Pulver in Kapselform / 1 kg Körpergewicht / Tag

Dies entspricht bei einer standardisierten 400 mg Kapsel (100% Colostrum Pulver) einem Körpergewicht von 25 kg. Auch hier kann gegebenenfalls die Dosierung auf bis zu 8 Kapseln á 400 mg pro Tag gesteigert werden.

Grundsätzlich können aber natürlich auch Colostrum-haltige Lutschtabletten eingesetzt werden. Diese eignen sich unter anderem auch sehr gut für Kinder. Allerdings sollte man im Vorfeld abklären, welche spezifische Menge an Colostrum dabei tatsächlich verarbeitet wurde.

Gibt es Nebenwirkungen?

Abschließend gilt natürlich noch die Frage zu klären, ob Neben- oder Wechselwirkungen bei einer Einnahme von Colostrum Produkten zu erwarten sind.

Colostrum verträgt sich grundsätzlich mit allen gängigen Medikamenten. Allerdings besteht dennoch die Möglichkeit von Wechselwirkungen, da einige Medikamente eventuell abweichend dosiert werden müssen.

Diabetiker und Bluthochdruckpatienten beispielsweise benötigen oft sogar etwas weniger an Medikation – die Blutzucker- und Blutdruckwerte sollten zu Beginn der Einnahme von Colostrum Produkten somit engmaschig kontrolliert werden. Auch chronische Schmerzpatienten benötigen nicht selten weniger Schmerzmittel, wenn sie regelmäßig Colostrum Produkte einnehmen.

Patienten mit einer diagnostizierten Laktoseintoleranz sollten darüber hinaus mit einer einschleichenden Dosierung über 14 Tage beginnen. Außerdem sollten wenn möglich laktosefreie/-arme Colostrum Produkte präferiert werden. Im Zweifelsfalle sollte vor dem Kauf ein entsprechender Experte befragt werden.

Und auch Patienten mit einer Niereninsuffizienz sollten den behandelnden Arzt vor einer Einnahme konsultieren.

Darüber hinaus sind keinerlei Nebenwirkungen bekannt, ausgenommen vielleicht der Umstand, dass Sie sich nach der Einnahme von Colostrum einfach besser fühlen. Ich möchte aber dennoch betonen, dass es sich bei Colostrum um kein Allheilmittel handelt.

Colostrum ersetzt sicherlich auch nicht eine gesunde Ernährung durch genügend Obst und Gemüse, sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Und auch die regelmäßige Bewegung und ein intaktes Sozialleben sind wichtige Säulen für ein gesundes und langes Leben.

Ihr Dr. Marco Prümmer

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